Wir leben in einer hochtechnisierten Welt, deren Produkte uns das Leben und Arbeiten leichter machen sollen, in einer Welt vollgestopft mit Computern und wir halten uns mittlerweile permanent im Weltraum auf.Genau in einer solchen Zeit ist es aber auch unsere Verpflichtung, Brauchtum und Tradition, nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Aus diesem Grunde haben sich Holzknechte aus Reit im Winkl und Umgebung, Mitarbeiter der Staatsforsten und des Holzknechtmuseums Ruhpolding www.holzknechtmuseum.com zusammengetan um unseren Gästen und uns Einheimischen wieder einmal zu zeigen, wie zu früheren Zeiten, im Winter das Holz aus dem Wald geholt wurde.
Am Samstag den 30.01.2010 war es dann soweit, vor ca. 800 Zuschauern haben die Holzknechte, nach einer Vorbereitungszeit von nahezu 6 Monaten, Ross und Schlitten zusammengespannt. Mit dem sogenannten Doppelschlitten der aus Ross, zwei Schlitten und jeweils einem Mann als Bremser zusammengestellt wurde, demonstrierten sie wie das früher gemacht wurde. Bereits im Sommer wurden die Bäume gefällt und geschimpt oder gescheppst, also von der Rinde befreit, um so über den Sommer besser trocknen zu können. Ohne Rinde rutschen diese dann auch wesentlich leichter auf dem Schnee. Die Schlitten stammen von verschiedenen Bauern und auch Privatpersonen aus dem Ort.
Begleitet von Holzschnitzern, Edelweißschnitzern, typischen Holzknechtgerichten, einem Filmvortrag und natürlich einer zünftigen Musik konnten die Zuschauer sich vom "Bergfahrn", wie man es auch nennt, ein Bild machen an der Holzknechtstube am Maserer Pass.
Eine ganz tolle Sache. Ich bin froh dass diese Arbeitsweise nicht in Vergessenheit geraten ist und auch die heutigen Generationen dies noch sehen können. Bleibt zu hoffen, dass unsere Holzknechte dies noch das eine oder andere mal wiederholen. Denn die Berge, der Schnee, die Pferde und diese traditionelle Art der Holzbringung sind eine unschlagbare Kombination die das Leben hier erst so richtig schön machen. Typisch bayrisch eben.
Im übrigen feiern die Chiemgauer Holzknechte im Jahr 2010 ihr 500 jähriges bestehen. Sie dürfen also ruhig gespannt sein, ich denke dass noch mehr Veranstaltungen dieser oder ähnlicher Art stattfinden werden.Vielen Dank an die Familie Pfaffinger vom Haus Anna Maria in Reit im Winkl die mit Kind und Kegel vor Ort gewesen sind und uns die Bilder vom "Reit im Winkler Bergfahrn", wie es auch genannt wird, zur Verfügung gestellt haben. "Host guad gmacht, Pfaffei" :-) www.haus-anna-maria.de
Danke auch an alle Holzknechte, Mitarbeiter der Staatsforsten, des Holzknechtmuseum Ruhpolding und alle anderen fleissigen Hände die sowas erst möglich machen. Man sieht hier deutlich, dass der Zusammenhalt noch in Takt ist.
Weitere Bilder finden Sie in unserem Picasa Photoalbum und natürlich auch bei Flickr Fotostream.
Ein Imagevideo haben wir ebenfalls für Sie erstellt und zu Youtube hochgeladen.
(c) Bildquelle www.haus-anna-maria.de

























